“Zeichnen gegen das Vergessen”: Bewegende Porträts von Kindern, die in Auschwitz ermordet wurden

 

DBG – Am 27. Januar, dem offiziellen Holocaust-Gedenktag und dem Tag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, blicken wir zurück auf das schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit, auf die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden und auf das sinnlose Sterben von Millionen weiterer Menschen, die dem Terror der Nazis zum Opfer fielen. 
Damit dies nicht in Vergessenheit gerät, leistet der Musiker Roman Salyutov ehrenamtlich Aufklärungsarbeit und macht die Bildserie „Zeichnen gegen das Vergessen“ des Malers Manfred Bockelmann bekannt. Dabei porträtiert dieser Kinder und Jugendliche, die im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, und hebt sie damit aus ihrer Anonymität heraus. Seine Vorlagen findet er in den Archiven vom Konzentrationslager und in persönlichen Familienbildern. Gezeichnet wurden die Bilder durch Holzkohle der Birke, um eine Verbindung zum Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu schaffen, und anstelle einer normalen Leinwand entschied sich der Maler für Papier aus Birkenholz.  

Einige Schülerinnen und Schüler des DBG bekamen in ihren Kursen die Chance, sich Bilder des Künstlers, die in unserer Schulbücherei ausgestellt sind, anzuschauen und sich dabei einen Vortrag von Roman Salyutov anzuhören, der die Bilder erklärte und ihre Entstehungsgeschichte näher erläuterte. 

Acht der insgesamt über hundert Werke erhielt Roman Salyutov von Manfred Bockelmann persönlich für seine Aktion, die er in Schulen in und um Köln durchführt. Er arbeitet die Geschichten der Kinder und die Umstände ihrer Tode mit den Schülern auf. 
Zu sehen sind sechs Kinder im Alter von zwei bis achtzehn Jahren, deren Namen und Alter in der Bildunterschrift zu finden sind, sowie, soweit möglich, eine Kurzbiografie auf der Rückseite der Porträts. Die ausgestellten Bilder zeigen repräsentativ zwei jüdische Kinder, zwei Kinder, die aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung dort waren, zwei Kinder einer Sinti-und-Roma-Familie und zwei Kinder von politisch verfolgten Eltern oder Familienangehörigen. Einige der Vorlagen wurden im Konzentrationslager gemacht und sind somit Lageraufnahmen, während andere die Kinder vor der Zeit des Lagers zeigten.  

Nach dem Tod wurden die Leichen der Ermordeten verbrannt und damit folglich zu Asche und Kohle. Die Tatsache, dass die Bilder aus Kohle entstanden, lässt den Zuhörer erkennen, dass der Künstler die Kinder aus ihrer Asche wieder zurückholt und ihnen somit ihr Gesicht zurückgibt. Die Schüler und Schülerinnen, mich eingeschlossenen, waren bestürzt und traurig über die Geschichten, die sie hören durften, und erkannten einmal mehr, wie wichtig es ist, nicht zu vergessen. Ihre Geschichten erinnern uns daran, dass so etwas nie wieder passieren darf und dass wir die Verantwortung für ein neues und besseres Morgen tragen. Ein Morgen, in dem die Vielfalt der Gesellschaft und die jüdische Gegenwart gefeiert und erkannt wird und in dem gegen jede Form von Antisemitismus oder Fremdenfeindlichkeit entschlossen vorgegangen wird. 

Gastautorin: Hedy Haasbach (Q1) 

Fotografien: Frau S. Kleiner 

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